Gehen wir Hanteln stemmen im Park

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Wie man bewegt älter wird, hat der Stadtsportverband mit Franz Müntefering und Hattinger Experten diskutiert. Ein Ansatz: Arbeitgeber müssen mehr tun

Bürgermeister Dirk Glaser begrüßte die Runde. Dann diskutierte er mit Michael Heise (Stadtsportverband), Franz Müntefering, Achim Paas (Sportausschuss), Margot Dröge (TV Hattingen), Dirk Engelhard (Kreissportbund, v.l.).
Foto: Biene Hagel

 

Hattingen..  Laufen, lernen, lachen – so lautet das sportmotivierende Motto von Franz Müntefering. Beim Sportgespräch des Stadtsportverbandes in der Stadtbibliothek standen die Bewegung und der Sport für ältere Menschen im Fokus. Die 40 Hattinger Bürger diskutierten mit Bürgermeister Dirk Glaser, Margot Dröge vom TV Hattingen, Dirk Engelhard, Vorsitzender des Kreissportbundes EN, Achim Paas, Vorsitzender des Sportausschusses Hattingen, und Frank Müntefering als Botschafter des Programmes „Bewegt älter werden in NRW“.
Sport schon in der Jugend fördern

Jeder Vierte Hattinger ist älter als 60 Jahre. Ein wichtiges Thema, findet auch Bürgermeister Dirk Glaser. Viele Termine dürften auch für ihn kein Grund sein, keinen Sport zu machen. Die Hattinger Zuhörer begrüßen das Angebot, Bewegung generell zu unterstützen. Viele Anwesende sind selbst aktiv im Sportverein und wünschen sich mehr Angebote im öffentlichen Raum. „In einigen Ländern und Städten können die Menschen in den Park gehen und Hanteln benutzen“, sagt ein Diskussionbesucher. In Hattingen gibt es bereits sieben Seniorenspielplätze, die aber nur wenigen bekannt sind.

Sport bei der Arbeit ist für die Hattinger ebenfalls ein wichtiger Ansatz. In asiatischen Ländern gebe es bereits die Möglichkeit vom Arbeitgeber, während der Arbeitszeit Sport zu treiben. Die meisten Menschen könne man am besten bei der Arbeit erreichen. Tatsächlich gibt es auch in Hattingen in der Verwaltung solche Angebote. Die schlafen allerdings manchmal ein, sagt Glaser. Vereine seien dafür meist besser geeignet. „Trotzdem dürfen wir die Arbeitgeber da nicht aus der Pflicht nehmen.“

Die Mitgliedschaft in einem Sportverein hilft nicht nur im Alter geistig fit zu bleiben (Bewegung für die Beine ernährt das Gehirn, wie Müntefering sagt), sondern ist auch für die sozialen Kontakte wichtig. Mannschaftssport stärkt das Gemeinschaftsgefühl. Für viele der wichtigste Punkt: Es wird zu spät angesetzt. Schon in der Jugend müsse man den Sport fördern. „An den Schulen wird zu wenig gemacht“, findet ein Zuhörer. Neben G8 hätten vielen Jugendliche auch gar keine Zeit mehr für Sport und Bewegung, das würde sich dann bis zum Alter nicht mehr ändern. Außerdem mangele es an finanzieller Unterstützung. Die jungen Eltern müsse man schon im Kindergarten aufklären und zum Sport bringen, danach sei es zu schwierig für die Vereine, diese Menschen zu erreichen, findet eine Hattingerin. Auch für die Kinder sei das ein wichtiger Aspekt: „Ich sehe ständig Eltern, die ihre Kinder bis vor die Schultüre fahren.“

Originalartikel: WAZ, Lena Zaubzer am 29.11.2016 um 19:00 Uhr